Diese Wanderwoche in Osttirol stand unter keinem guten (Wetter)Stern. Aufgrund des Wintereinbruchs mit Schnee waren meist nur verkürzte, oder einfache Touren möglich. Die Schneegrenze lag in den Tagen um die 2300m.
Bei zwei Touren war ein ortsansässiger Wanderfreund mit dabei. Insgesamt kam ich auf 4 Bergwanderungen und einen Tal-Spaziergang. Das Quartier war in St. Jakob im Defereggental. Bestiegen wurden Ziele in den Hohen Tauern sowie in den Villgrater Bergen. Viele potentielle Bergziele verschob ich aufgrund der schlechten Wetterbedingen in die Zukunft, u.a. Leppleskofel, Weißes Beil und Seekofel.
Tag 1: 26.09.2022 Bergtour auf die Oberseite Alm
Für die Besteigung des Weißen Beils (2766m) war dort oben schon zu viel Schnee gefallen. Wir kamen nur bis auf eine Höhe von 2500m. Darüber war es zu gefährlich zu gehen. Die Tour begann am Parkplatz Trogach oberhalb von St. Jakob. Der Weg führt über nasse Steige und später durch Schnee bis zur Oberseite Alm (2298m) und weiter an einem Steinturm vorbei bis zu einem steileren Hang unterhalb des Weißen Beils. Dann kehrten wir auf gleichem Wege zurück. Anschließend erfolgte eine gemütliche Einkehr in St. Jakob. Es wurden in 4 Stunden ca. 850 Höhenmeter erreicht.
Tag 2: 27.09.2022 Wandertour auf die Durfeld- und die Trojeralmen
Die Wetteraussichten für den Tag waren sehr schlecht. Ich brach trotzdem zu einer einfachen Tour auf Forstwegen auf. Ziel waren verschiedene Almen. Vom Quarztier ging es auf Straßen/Forstwegen durch das Trojer Almbach Tal bis zur Trojeralm (1818m, im Sommer bewirtschaftet, aber leider schon geschlossen). Von dort auf einem Fahrweg bis zur Durfeldalm (2284m). Nun bei starkem Schneetreiben zurück zur Trojeralm. Nach plötzlicher Wetterbesserung mit Sonnenschein wanderte ich auf Fahrwegen weiter ins Talinnere bis zur Hinteren Trojeralm 2001m. Nach längerer Rast ging es im Tal zurück nach St.Jakob. Die Wanderung dauerte ca. 6 Stunden, bei 1120 Höhenmetern.
Bei weiter schlechten Wetteraussichten wanderte ich zusammen mit einem Bergfreund auf einer Straße aufwärts von St. Jakob zu dessen Ortsteil Trögisch. Dort bogen wir in einem steilen Bergpfad in Richtung Spitze des Trögischen Bergs (2310m) ab. Der Steig führt zunächst durch Wald, später über weites Grasgelände (teils verschneit). Unterwegs immer wieder intensive windig-unangenehme Scheeschauer. Oben angekommen wechselten Wolken, Nebel mit kurzen besseren Wetteraugenblicken. An einem befestigten Aussichtspunkt machten wir kurz Rast. Der Abstieg verlief entlang des Aufstiegs. Im Ort St. Jakob kehrten wir noch ein. Die Tour kam in 5 Stunden auf 940 Höhenmeter.
Das Wetter war zumindest bis 13 Uhr als freundlich prognostiziert. So entschloss ich mich kurzfristig den Langschneid (2688m) in Angriff zu nehmen. Ziel war es den Gipfel spätestens 12 Uhr zu erreichen, was schließlich auch gelang. Ab 13 Uhr war Regen angekündigt. Der Weg führte von St. Jakob steil durch Wald bis zum Vorgipfel, dem Wetterkreuz 2230m. Weiter ging es in schnellem Tempo über verschneites Grasgelände. Die Schneegrenze war etwa bei 2350m. Bis zum Zielgipfel erhöhte sich die Schneedecke bis auf 50cm. Der Steig führte über einen Berggrat teilweise steil. Oben angekommen empfing mich eiskalter Wind. Am Kreuz wechselte ich schnell die verschwitzen Klamotten und begann über eine leicht anfallende schräge Hochebene in Richtung Ragözllenke abzusteigen. Es waren kein Weg und auch keine Markierungen zu erkennen. Ich ging weglos mittig der Ebene (der Jesacher Böden). Später war das Wegekreuz an der Lenke (2492m) zu sehen. Ich lief darauf zu. An der Kreuzung wählte ich für den weiteren Abstieg den Pfad über die Jesachalm (2000m), welche ich um 13 Uhr erreichte. Es fing an zu Regen, pünktlich wie angekündigt. Über den Direktweg Richtung St. Jakob stieg ich weiter ab. Im Quartier kam ich gegen 15.30 Uhr an. Insgesamt war ich etwa 6,5 Stunden unterwegs. Die letzten 2,5 im Schauerregen. Ich machte nur kurze Pausen. An Höhenmetern wurden 1350 erklommen.
Wegen der erneut schlechten Wetterprogose wollte ich keine weitere Bergtour mehr unternehmen. Vom Hotelquartier in St. Jakob führte meine Strecke entlang der Schwarzach bis zum Gasthof Erlsbach und zurück. Unterwegs fing es immer wieder an zu regnen. Zudem gab es eiskalten Wind.
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